REGIONAL FORTRESS IN A SPECTACULAR SETTING AT THE ALBTRAUF
Hohenneuffen Fortress Ruins

Monday, 27 July 2020

Festungsruine Hohenneuffen | Exhibitions 70JÄHRIGES JUBILÄUM DER DREILÄNDERKONFERENZ

Am 2. August 1948, vor genau 70 Jahren, lud Reinhold Maier, der Regierungschef des Landes Württemberg-Baden, zu einem Treffen auf den Hohenneuffen ein. Dies war der erste Schritt auf dem Weg zur Gründung eines Südweststaates, des heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg. Die Festungsruine am Rand der Schwäbischen Alb wählte man damals nicht zuletzt wegen der weiten Sicht ins Land als Tagungsort.

BADEN, WÜRTTEMBERG UND HOHENZOLLERN

Der 8. Mai 1945, das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, gilt als „Stunde Null“ – als der Beginn einer neuen Zeit für die Deutschen und Deutschland. Das Gebiet des heutigen Baden-Württembergs wurde von Frankreich und den USA besetzt. Aus den drei alten Territorien entstanden die nördliche amerikanische Zone, Württemberg-Baden, und die südliche französische Zone, die (Süd-)Baden und Württemberg-Hohenzollern umfasste. Ab 1948 trieb der württemberg-badische Regierungschef Reinhold Maier den Zusammenschluss dieser drei Länder voran. Und das Treffen zu einer ersten Annäherung – das fand auf den Hohenneuffen statt. Die südbadische Delegation wurde hierbei von Leo Wohleb angeführt, einem Verfechter der Wiederherstellung Gesamtbadens. Württemberg-Hohenzollern war durch seinen Innenminister Viktor Renner vertreten.

 

DER HOHENNEUFFEN BIETET WEITBLICK

Dass die Wahl ausgerechnet auf den Hohenneuffen fiel, war kein Zufall: Der weite Blick in den angestrebten Südweststaat sollte allen Beteiligten vor Augen führen, dass die Grenze zwischen der amerikanischen und der französischen Besatzungszone ein Konstrukt war, das trennte, was eigentlich zusammengehörte. Denn diese verlief genau hier und nur wenige Kilometer entfernt in Sichtweite zwischen den Landkreisen Reutlingen und Nürtingen. Doch auch die Abgeschiedenheit der ehemaligen Festung sollte zum Erfolg der Konferenz beitragen: Weitab von der Öffentlichkeit und jeglichen Einmischungen sollten die maßgeblichen Männer sachlich und in Ruhe diskutieren können.

 

LEGENDÄRER TÄLESWEIN WIRKTE

Nach den Diskussionen, an denen über 50 Regierungsmitglieder und Parlamentarier der drei Staaten teilnahmen, folgte eine großzügige Bewirtung, „die im gemeinsamen Singen volkstümlicher Lieder und einem kräftigen Trinkgelage“ endete, so der Innenminister von Württemberg-Hohenzollern. Dabei spielte der „Täleswein“, der an den Hängen unterhalb der Festungsruine auch heute noch wächst, eine entscheidende Rolle. Das Trinkgelage und der romantische Tagungsort trugen dazu bei, dass die Zusammenkunft auf dem Hohenneuffen zu einer Legende wurde. Bei der Tagung plädierten fast 20 Redner für einen einheitlichen Südweststaat – lediglich von badischer Seite gab es andere Vorstellungen. Eine Einigung konnte bei dieser ersten Annäherung noch nicht erzielt werden. Weitere Konferenzen und Treffen folgten. Am 9. Dezember 1951 kam es zur Volksabstimmung. Im folgenden Jahr konnte – basierend auf dem gesamten Ergebnis der Volksabstimmung – das Land Baden-Württemberg gegründet werden.

 

GESCHICHTE VOM MITTELALTER BIS IN DIE GEGENWART

Die Dreiländerkonferenz bedeutete für den Hohenneuffen ein neues Kapitel von historischer Bedeutung, das in der Gegenwart spielt: Seine geschichtliche Bedeutung erstreckt sich somit nicht nur auf die uneinnehmbare mittelalterliche Burg und später auf die Zeit als frühneuzeitliche Festung, sondern auch auf das 20. Jahrhundert. Heute ist der Hohenneuffen ein beliebtes Ziel für Wanderer und Touristen. Weithin sichtbar, bietet die größte Festungsruine der Schwäbischen Alb immer noch den eindrucksvollen Blick ins Land, der schon 1948 die Verhandlungen befruchtet haben mag. Am Jahrestag der Konferenz veranstaltet die Burggaststätte Hohenneuffen in Kooperation mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg einen historischen Abend mit 3-Gang-Menü und kleinen Vorträgen. Eine Anmeldung dazu ist erforderlich unter der Telefonnummer 07025/2206.

 

 

Information und Service

Festungsruine Hohenneuffen

 

ÖFFNUNGSZEITEN

Geöffnet: täglich 9.00 bis 19.00 Uhr

 

Burghof: Eintritt frei

 

PREISE FÜHRUNGEN
Erwachsene 5,00 €
Kinder 2,50 €
Familien (2 Erwachsene und Kinder unter 18 Jahren) 12,50 €

 

DINNER MIT GESCHICHTE

Termin: Sonntag, 02.08.2020, 18:00 Uhr

Preis: Eintritt, Vortrag, 3-Gang-Menü mit Aperitif 50,00 €

Hinweis: Für die Teilnahme am „Dinner mit Geschichte“ ist eine Anmeldung in der Burggaststätte unter Tel. 07025/2206 unbedingt erforderlich. Das gesamte Menü- und Kulturprogramm kann man unter www.hohenneuffen.de einsehen.

 

KONTAKT

Führungen, Veranstaltungen und Informationen

Festungsruine Hohenneuffen
72639 Neuffen

+49 (0) 7125.158 490 (beim Residenzschloss Urach)

info@festungsruine-hohenneuffen.de

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